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Tariftelegramm Adler

Tariftelegramm Adler

Am 5. März durchlitt die Verhandlungskommission die x-te Verhandlungsrunde. Im Ergebnis gibt es weiter keinen Tarifabschluss, obwohl alle seit mehr als einem Jahr darauf warten! Dabei hätte wir es schaffen können, den Tarifkonflikt endlich zu beenden. Aber so schnell geht es mit Herrn Piotrowski als Verhandlungsführer von Adler nicht. Warum - kann er nur selbst beantworten. Die ver.di-Verhandlungskommission ist jedenfalls bis ans Äußerste gegangen. Zu den einzelnen Punkten:

1. Adler hat angeboten, die VerkäuferInnenendstufe Vf erst ab 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2016 auf das Flächentarifniveau NRW anzupassen. Sie wollen also ein weiteres Jahr ohne Anpassungen verstreichen lassen und dann auch nur ganz allmählich beginnen, um zum Schluss einen großen Anpassungsschritt zu machen. Klar, dass das für uns unannehmbar war! Wir haben die Forderung, dass alsbald in 2014 mit dem ersten Anpassungsschritt gestartet wird und dass in 2 Jahren ab sofort das Flächentarifniveau erreicht sein muss. Es geht um insgesamt 133,- €, die bei Vollzeit monatlich am Ende mehr zu zahlen sind. Außerdem müssen die normalen Tariferhöhungen gezahlt werden, das sind z. B. am 1.07.2014 2,1% mehr Geld. Wie viel es in 2015 sein wird, muss im nächsten Jahr noch erkämpft werden.

2. Adler hat angeboten, die GfB ebenfalls in 24 Monaten auf die Vergütung der SV-pflichtig Beschäftigten anzuheben, wie es die geltende Rechtslage längst fordert. Allerdings will Adler auch hier 2014 gar nichts weiter tun und die Anpassung erst am 1. Januar 2015 beginnen bzw. bis 31. Dezember 2016 dauern lassen. Unsere Position: So nicht! Für uns muss die Anpassung binnen 27 Monaten zu Ende sein. Ein wichtiger Meilenstein ist der 1. Januar 2015, zu dem der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 € eingeführt werden wird. Zu diesem Zeitpunkt muss das auch bei Adler gelten. Alle gfB, die also bis dahin noch nicht auf diesem Niveau bezahlt werden, müssen dann auf jeden Fall mindestens diese Stundenvergütung erhalten und zwar ohne anteiliges Weihnachtsgeld, VWL, Urlaubs- oder Feiertagsabgeltung. Diese Beträge müssen extra gewährt werden. Zum Juli 2016 muss die Anpassung aus unserer Sicht beendet sein.

3. Einigkeit besteht zumindest bei der Urlaubsgeldfrage für 2014. Es soll wieder einen Urlaubskassenverein geben und alle ver.di-Mitglieder sollen dieses Jahr 1.150 € Urlaubsgeld bekommen. Wir fordern aber auch eine Lösung für 2015 und die Folgejahre!

4. Einigkeit scheint es auch bei der zukünftigen Bezahlung der Fachberater zu geben, die immer mindestens 50 € mehr bekommen sollen als VerkäuferInnen der TG Vf.

5. Der dickste Streitpunkt ist die Arbeitszeitfrage. Adler will eine tarifliche Erlaubnis, dass alle Beschäftigten in die Bandbreitenregelung, die es zzt. nur für die Vollzeit tariflich gibt, einbezogen werden können. Alle, von der GfB über die Teilzeit bis zur Vollzeit, sollen wöchentlich +/- 4 Stunden abweichend von der vertraglichen bzw. tariflichen Wochenarbeitszeit zur Arbeit eingeteilt werden können. Eine solche Regelung finden wir höchst ungerecht. Als angemessen könnten wir uns gerade noch eine gestaffelte Abweichung je nach Dauer der Wochenarbeitszeit vorstellen. Doch das ist Adler zu wenig.

Eine Einigung gibt es also weiterhin nicht. Die große Tarifkommission wird die Lage am 19. März miteinander diskutieren. Für den 8. April ist der nächste Verhandlungstermin geplant. Wir finden: Es ist längst an der Zeit für den Abschluss! Adler hat uns lange genug hingehalten. Wer ständig Erfolgsmeldungen in alle Welt sendet, muss endlich seine fleißigen Beschäftigten, die die Erfolge erarbeiten, angemessen bezahlen! Und zwar so wie in der Fläche! Der Internationale Frauentag 2014 wäre dafür eine gute Gelegenheit gewesen! Allen Frauen einen schönen Frauentag