Warn­streik Phoe­nix am 22. Ju­li
© ver.di

Pressemitteilung zum Warnstreik am 22. Juli 2021

Warnstreik im Groß- und Außenhandel in Berlin und Brandenburg am Donnerstag

In der Tarifrunde für die rund 64.000 Beschäftigten des Groß- und Außenhandels in Berlin und Brandenburg zeichnet sich keine Tarifeinigung ab. Daher ruft ver.di für den morgigen Donnerstag, den 22. Juli 2021 Beschäftigte des Pharmahandels zu einem weiteren Warnstreik auf. Beschäftigte der Unternehmen Alliance Healthcare Berlin, Phoenix Pharmahandel Berlin, GEHE Berlin und die Sanacorp Potsdam – alles Pharmahändler – treten gegen 06.00 Uhr in den ganztägigen Warnstreik.

Der Pharmagroßhandel spielt u.a. bei der Verteilung und Lieferung von Impfstoffen an Arztpraxen eine wesentliche Rolle. Der Pharmagroßhandel hat in der Pandemie kräftige Umsatzzuwächse von bis zu 6,8 Prozent verzeichnet. Auf der anderen Seite bieten die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde nur geringe Tariferhöhungen an. Außerdem streben sie eine Differenzierung des Tarifvertrags an. Wirtschaftlich schlechte Unternehmen sollen nach den Vorstellungen der Arbeitgeber zu vereinbarende Tariferhöhungen verschieben und somit erst später zahlen können. Dies würde aus Sicht von ver.di den Tarifvertrag aushöhlen.

„Die Arbeitgeber wollen mehrere Lohntabellen in dem Flächentarifvertrag festschreiben. Dafür sind Flächentarifverträge aber nicht da, im Gegenteil, es geht um den Grundsatz: Gleiche Arbeit, gleicher Lohn! Die Beschäftigten im Pharmagroßhandel erhöhen den Druck, treten erneut in den Streik und ihre Botschaft ist eindeutig: Wir lassen uns nicht spalten! Eine Lohnerhöhung für alle Beschäftigte ist heute wichtig, um steigende Lebenshaltungskosten zahlen zu können. Sie ist aber auch langfristig wichtig für die Rente“, sagt Franziska Foullong, die ver.di-Verhandlungsführerin.

ver.di fordert hingegen für den Groß- und Außenhandel eine tabellenwirksame Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen um 6 Prozent, mindestens aber um 150, beziehungsweise 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde. Außerdem will ver.di erreichen, dass die Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden, um so gleiche Wettbewerbsbedingungen in der Branche zu schaffen.

Warnstreik am 22. Juli
© ver.di
Warnstreik am 22. Juli
© ver.di
Warnstreik am 22. Juli
© ver.di

Tarifinfo Großhandel vom 16. Juli 2021

Tariflösung nicht in Reichweite

ARBEITGEBER LEGEN KEIN NEUES ANGEBOT VOR

Am 15. Juli 2021 fand die dritte Verhandlung im genossenschaftlichen Großhandel Brandenburg statt. Deine ver.di-Tarifkommission hat sehr deutlich die rote Linie benannt: keine unterschiedlich hohen Lohntabellen. Die Arbeitgeber haben kein neues Angebot mitgebracht! Damit bleibt es bei ihrem untragbaren ersten „Angebot“ vom 15. Juni 2021.

Sie nennen es Differenzierung – es ist ein Spaltungsversuch!
Die Folge sind mehrere Lohntabellen und genau das ist nicht Sinn eines Flächentarifvertrags. Wir stehen zu unserem Grundsatz: gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Wir lassen uns nicht spalten!

Das alte Angebot aus dem Juni würde einen herben Reallohnverlust bedeuten. Außerdem null Wertschätzung und keinen Respekt für eure herausragende Leistung.
Die Arbeitgeber müssen endlich nachlegen!

Die Arbeitgeber zwingen uns zum Handeln: Streiks unterstützen die Verhandlung!
Es war lange nicht so nötig wie jetzt. Dies ist die härteste Auseinandersetzung seit über 10 Jahren. Es werden alle Kräfte auf der Straße gebraucht.
Gemeinsam sind wir stärker!

STREIKS AUSWEITEN!!! 
Die Arbeitgeber zwingen uns zum Handeln: Streiks unterstützen die Verhandlung!
Es war lange nicht so nötig wie jetzt. Dies ist die härteste Auseinandersetzung seit über 10 Jahren. Es werden alle Kräfte auf der Straße gebraucht.
Gemeinsam sind wir stärker!

Mehr dazu in der rechts als Download zur Verfügung stehenden vollständigen Tarifinfo.

Warnstreik beim Rewe Lager in Oranienburg

Inzwischen gut 130 Streikende vor dem Rewe Lager in Oranienburg. Die Kolleg:innen haben Unterstützung von den Bofrost-Standorten Velten, Blumberg und Mahlow. Außerdem streiken auch die Bofrost-Kolleg:innen in Cottbus. Der Himmel weint Tränen wegen des unverschämten Verhaltens der Arbeitgeber, die kein annähernd angemessenes Angebot für die tarifliche Entwicklung im Großhandel übrig haben.

Oranienburg
© ver.di
Oranienburg
© ver.di
Oranienburg
© ver.di
Rewe Lager in Oranienburg
© ver.di
Rewe Lager in Oranienburg
© ver.di
Oranienburg
© ver.di

Pressemitteilung zum Warnstreik am 9. Juli 2021

Erneut Warnstreiks im Großhandel und bei Bofrost

Für den morgigen Freitag, den 9. Juli 2021 hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erneut Beschäftigte im Groß- und Außenhandel in Brandenburg zu einem Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind u.a. das REWE Lager Oranienburg sowie die bofrost-Standorte Blankenfelde-Mahlow, Ahrensfelde-Blumberg, Velten und Cottbus. Zentraler Streikort ist das Rewe-Lager in Oranienburg. Dieser Streik findet im Zusammenhang mit der Tarifauseinandersetzung im Groß- und Außenhandel Brandenburg statt. Die bofrost-Streikenden setzen sich für die Tarifbindung im Großhandel ein. Hier verweigert der Arbeitgeber die Anerkennung der Flächentarifverträge.

„Bisher haben die Arbeitgeber im Berliner und Brandenburger Groß- und Außenhandel ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt. Sie bieten eine Entgelterhöhung von 1,5 Prozent erst zum März 2022 an, eine weitere einprozentige Erhöhung soll erst zum November 2022 folgen. Mit einer derartigen Erhöhung würden die Beschäftigten Reallohnverluste hinnehmen müssen. Da dies nicht einigungsfähig ist, wird gestreikt“, sagt Franziska Foullong, ver.di-Verhandlungsführerin.

Außerdem wollen die Arbeitgeber differenzieren. Unternehmen, die sich selbst als wirtschaftlich schwach bezeichnen, sollen eine zu vereinbarende Erhöhung nach hinten schieben können. Im Ergebnis würde dadurch die Einheitlichkeit des Flächentarifvertrages verloren gehen. Das vorgeschlagene Verfahren ist daher nicht hinnehmbar.

„Die Beschäftigten bei Bofrost fordern endlich nach Flächentarif bezahlt zu werden. Bofrost hingegen zahlt den Löwenanteil des Gehalts in einem intransparenten System umsatzabhängig aus. Die Fahrerinnen und Fahrer und Kundenbetreuer brauchen ein existenzsicherndes Grundgehalt nach Tarif. Das verweigert das Unternehmen. Da keine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu erzielen ist, wird gestreikt, um den Druck zu erhöhen“, sagt ver.di-Verhandlungsführerin und Fachbereichsleiterin Conny Weißbach.  

ver.di fordert für den Groß- und Außenhandel eine Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen um 6 Prozent, mindestens aber um 150, beziehungsweise 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde. Nach Auffassung von ver.di sollen die Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden. Damit könnten in der Branche faire Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen erzielt werden.

Streik
© ver.di

Tarifinfo zur Vorweganhebung

Vorweganhebung um 2 Prozent - Warum das nicht als Tarifangebot?

ARBEITGEBER GEBEN LOHNERHöHUNG „FREIWILLIG“
Was genau sind diese „freiwilligen Vorweganhebungen“?
 „freiwillig“ ist das nicht wirklich, sondern auf eure zahlreichen Streiks im gesamten Bundesgebiet zurück zu führen – der Druck hat gewirkt!
 Die 2 Prozent sollen dafür sorgen, dass ihr nicht mehr streikt. Nach dem Motto ‚Super, jetzt habe ich ja mehr Geld‘
 Vorweganhebungen sind nicht rechtssicher – sondern eben freiwillig. Das heißt, der Arbeitgeber kann sie jederzeit wieder streichen

WAS BEDEUTET ES FüR DIE TARIFRUNDE?
 Das ist eine Provokation von den Arbeitgebern in diesem Tarifkonflikt und zwar schon die dritte:
o Die erste Provokation: das dramatisch miese Angebot, was zurzeit auf dem Tisch liegt
o Die zweite Provokation: Absage der Verhandlungen in den größten Verhandlungsgebieten Bayern und NRW am 9.7.2021
o Die dritte Provokation: „freiwillige Vorweganhebungen“ anstatt ein ordentliches Tarifangebot

Streikrecht bleibt unberührt: solange es kein Tarifabschluss gibt, der euch rechtssicher eine Lohnerhöhung garantiert, könnt ihr eure Forderungen durch Streik klarmachen

Bei den Rekordumsätzen aus dem letzten Jahr…
… sind 2 Prozent lächerlich wenig. Das gleicht nicht mal die Inflationsrate aus und bedeutet einen Reallohnverlust!
Und auch Beschäftigte, die in Kurzarbeit waren, müssen die steigenden Kosten bezahlen können – wir lassen uns nicht spalten!

Streikweste am Start? Jetzt wichtiger denn je!

Der nächste Verhandlungstermin ist am 15.7.201 (gGH Brdb.) und am 29. Juli 2021 (allg. GAH BB)
Auf bessere Löhne zu hoffen und kein Gewerkschaftsmitglied zu sein ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.

Vorweganhebung
© ver.di

Tarifverhandlungen für Groß- und Außenhandel Berlin und Brandenburg vertagt

Am heutigen Tag (30. Juni 2021) fand die zweite Tarifverhandlungsrunde für die rund 64.000 Beschäftigten im allgemeinen Groß- und Außenhandel in Berlin und Brandenburg statt. Die Gespräche sind ergebnislos geblieben und wurden auf den 29. Juli 2021 vertagt.

„Das heute vorgelegte und etwas verbesserte Angebot der Arbeitgeber ist leider nach wie vor sehr weit von den Forderungen der Gewerkschaft entfernt und nicht akzeptabel. Auf dieser Grundlage ist ein Tarifabschluss nicht möglich“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Franziska Foullong.
ver.di fordert eine tabellenwirksame Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen um 6 Prozent, mindestens aber um 150, beziehungsweise 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde und eine gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge.
Die Arbeitgeber haben hingegen angeboten, nur für Beschäftigte aus „wirtschaftlich gesunden“ Unternehmen eine tabellenwirksame Entgelterhöhung erst ab September 2021 von lediglich 1,5 Prozent und eine Einmalzahlung von 150 Euro zu vereinbaren. Unternehmen, die sich nicht als wirtschaftlich gesund bezeichnen, sollen nach Vorstellung der Arbeitgeber die Möglichkeit erhalten, die Erhöhung erst später zu zahlen. Diese Differenzierung im Tarifvertrag lehnt ver.di ab, da die Entscheidungen auf Grundlage unklarer Faktoren getroffen werden soll.
Aber auch für die wirtschaftlich starken Unternehmen bieten die Arbeitgeber so geringe Erhöhungen an, dass die Beschäftigten in diesem Falle Reallohnverluste hinnehmen müssten. Die Branche hat insgesamt ein Umsatzwachstum von 1,8 Prozent im letzten Jahr erwirtschaftet, im Lebensmittelbereich sogar bis zu 5,2 Prozent und im Pharmabereich sogar bis zu 5,4 Prozent.
„In dem ver.di-Flächentarifvertrag werden wir deshalb keine Differenzierung von Beschäftigten zulassen. Hier finden sich die vor einem Jahr viel beklatschten Beschäftigten wieder, die jeden Tag die Lebensmittel für die Einzelhandelsfilialen kommissionierten oder den heute so dringend benötigten Impfstoff an die Arztpraxen liefern. Die Beschäftigten in Berlin und Brandenburg zeigten durch mehrere Streikaktionen in den letzten Wochen deutlich, welche Erwartungshaltung sie haben: Sie wollen einen Tarifabschluss, der ihre besondere Leistung würdigt und der ihnen ein faires Stück vom Kuchen abgibt. Die Umsätze der Unternehmen in der Branche lassen das zu. Die Rechnungen der Beschäftigten, die den Unternehmen die Umsatzzuwächse erst ermöglichen, werden nicht weniger, die Lebenshaltungskosten nicht niedriger“, so Franziska Foullong.
Die Verhandlungen werden am 29. Juli 2021 fortgesetzt.

Mehr dazu im rechts als Download zur Verfügung stehenden vollständigen ver.di-Flugblatts.

Wir beißen jetzt
© ver.di

TARIFINFORMATIONEN genossenschaftlicher Großhandel Brandenburg

Deutschland sucht die SuperBeschäftigten – Arbeitgeber besetzen die Jury allein!

ARBEITGEBER WOLLEN DAUERHAFTE ABSENKUNG DER NETTOEINKOMMEN

Am 15. Juni 2021 fand die zweite Verhandlung im genossenschaftlichen Großhandel Brandenburg statt. Die Arbeitgeber haben ein erstes Angebot vorgelegt und wollen damit eine Art Rangliste der Beschäftigten á la Bohlen aufstellen und die Absenkung eurer Nettoeinkommen festschreiben.
Deutschland sucht die SuperBeschäftigten – Arbeitgeber besetzen die Jury allein!
In der Jury sitzen nur die Arbeitgeber, die eine Differenzierung der Erhöhungen eurer Löhne und Gehälter vornehmen wollen. Grundlage? Die Selbsteinschätzung* der Unternehmen, ob sie „wirtschaftlich stark“, „neutral“ oder „pandemiegeschädigt“ sind.

Mehr dazu im rechts als Download zur Verfügung stehenden vollständigen ver.di-Flugblatts.

Tarifverhandlungen
© ver.di

Ihr seid KLASSE: 200 Streikende in Berlin und Brandenburg am 21.6. und 23.6.

REWE, EDEKA Foodservice, Phoenix, Alliance Healthcare, GEHE und Sanacorp

Ihr könnt euch auf die Schulter klopfen! Zum ersten Mal im Streik waren das REWE Lager, EDEKA Foodservice und der Pharmahändler GEHE – herzlichen Glückwunsch für so viel Mut!
Eine standhafte Streikbewegung zeigten Phoenix, Sanacorp und Alliance Healthcare – auch an euch ein starkes YES, denn ihr habt bereits zum zweiten Mal in dieser Tarifrunde gestreikt.

Das Angebot der Arbeitgeber muss sich verbessern. Dafür kämpfen wir so lange wie nötig.

Nächste Verhandlungen: 30.06.2021 allgemeiner Groß- und Außenhandel Berlin und Brandenburg.
15.07.2021 genossenschaftlicher Großhandel Brandenburg.

Mehr dazu im rechts als Download zur Verfügung stehenden vollständigen ver.di-Flugblatts.

Über 130 Streikende aus dem Pharma-Großhandel

Die Beschäftigten von Alliance Health Care Berlin, Gehe Berlin und Sanacorp in Potsdam und Phoenix Berlin sind entsetzt über das "Angebot" der AG. Reallohnverlust als Dank für monatelange Überstunden! Das geht gar nicht. Wir streiken für eine tabellenwirksame Prozenterhöhung!

Pharmastreik
© ver.di
Pharmastreik
© ver.di
Pharmastreik
© ver.di
Pharmastreik
© ver.di
Pharmastreik
© ver.di
Pharmastreik
© ver.di

Erster Warnstreik in neuen Streikbetriebe: Edeka Foodservice und Rewe-Lager Oranienburg

Am 21. Juni beteiligten sich über 100 Streikende erstmals in diesen beiden Betrieben. Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Streikauftakt!

Beim Rewe Lager Oranienburg ...

Rewe Oranienburg
© ver.di

.

Rewe Oranienburg
© ver.di

.

Rewe Oranienburg
© ver.di

Bei Edeka Foodservice Kleinmachnow ...

Edeka Foodservice
© ver.di

P R E S S E I N F O R M A T I O N zur Tarifverhandlung

Genossenschaftlicher Großhandel Brandenburg:
Arbeitgeber legen unzureichendes Angebot vor - Keine Tarifeinigung in Sicht

Die zweite Tarifrunde für die Beschäftigten im Brandenburger genossenschaftlichen Großhandel ist ergebnislos geblieben. In der Krise hat die Branche deutlich zugelegt und gemeinsam mit den Beschäftigten sehr gute Gewinne erwirtschaftet. Doch die Arbeitgeberseite hat ein unzureichendes Angebot vorgelegt, das aus Sicht von ver.di nicht verhandelbar ist. Nach ihren Vorstellungen soll es erst ab März 2022 eine Tariferhöhung von lediglich 1,5 Prozent geben.

„Die Arbeitgeber haben es einfach nicht verstanden: anstatt fair zu teilen, wollen Edeka und Impfstofflieferant Noweda die Erträge ausschließlich Management und Inhabern zukommen lassen. Die Beschäftigten sollen leer ausgehen, obwohl die Umsätze kräftig gestiegen sind. Trotz ihres Engagements in der Pandemie sollen die Beschäftigten Reallohnverluste hinnehmen und weniger verdienen“, sagt Franziska Foullong, die ver.di-Verhandlungsführerin.

Die ver.di-Tarifkommission fordert für die Branche mit ihren 3.000 Beschäftigten – der Großteil arbeitet bei Edeka und beim Impfstofflieferanten Noweda – eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 6 Prozent, mindestens aber um 150, bzw. 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde und allgemeinverbindliche Tarifverträge. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen.

Vorgelegt haben die Arbeitgeber eine Entgelterhöhung um 1,5 Prozent ab März 2022 und eine weitere Erhöhung um 1,0 Prozent ab November 2022. „Allein die Inflation frisst dies bisschen Anpassung auf. Die Arbeitgeberseite zwingt uns zum Handeln und wir werden dies jetzt in der ver.di-Tarifkommission beraten“, sagt Franziska Foullong.
Die nächste Verhandlung findet am 13. Juli 2021 statt.

2. Tarifverhandlung genossenschaftlicher Großhandel Brandenburg

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute hat die zweite Verhandlung im Tarifgebiet des genossenschaftlichen Großhandels Brandenburg stattgefunden. Erwartungsgemäß gab es das im Bundesgebiet bereits bekannte Angebot:

  • Laufzeit: 24 Monate
  • ab März 2022: Erhöhung der Entgelttabellen um 1,5%. Wirtschaftlich starke Unternehmen können diese Entgelterhöhung um sechs Monate vorziehen in den September 2021. Wirtschaftlich schwache Unternehmen können um sechs Monate bis längstens zum September 2022 die Erhöhung nach hinten schieben.
  • Nur Beschäftigte in wirtschaftlich starke Unternehmen erhalten eine Einmalzahlung (Corona-Prämie) i.H.v. 150 EUR (Vollzeit) im Juli 2021
  • ab November 2022: Erhöhung der Entgelttabellen um weitere 1,0 %. Wirtschaftlich starke Unternehmen können diese Entgelterhöhung um sechs Monate vorziehen in den Mai 2022. Wirtschaftlich schwache Unternehmen können um vier Monate bis längstens zum März 2023 die Erhöhung nach hinten schieben. 

Das bedeutet 10 Nullmonate – im Bestfall 4 Nullmonate und im schlechtesten Fall sogar 16 Nullmonate allein für die erste tabellenwirksame Erhöhung. Für die zweite Erhöhung sieht der Arbeitgeber 6 Nullmonate vor – im Bestfall 0 Nullmonate und im schlechtesten Fall 10 Nullmonate.

Auch die Prozentzahlen sind alles andere als überzeugend: nur insgesamt 2,5 %. Das ist sofort von der Inflation aufgefressen!

Dieses Angebot ist eine Frechheit!

Wir werden die Warnstreiks ausweiten und der Arbeitgeberseite zeigen, dass sie so nicht mit uns umgehen können.

2. Runde
© ver.di

Erster erfolgreicher Warnstreiktag

Aus 7 Betrieben beteiligten sich über 200 Beschäftigte am Ausstand, als Antwort auf das unverschämte Angebot der Großhandelsarbeitgeber und die Verweigerungshaltung des Arbeitgebers Bofrost.

Bei Sa­nacorp in Pots­dam be­tei­lig­ten sich über 40 Ko­leg:in­nen

bei Sanacorp in Potsdam beteiligten sich über 40 Koleg:innen
© ver.di

Ca. 35 Streikende bei Alliance Healthcare Deutschland in Berlin

Alliance Healthcare
© ver.di
Alliance Healthcare
© ver.di

Knapp 50 Streikende bei Phoenix in Berlin

Phoenix
© ver.di

4 Bofrost-Standorte trafen sich in Mahlow zum gemeinsamen Streik: Alltagsheld:innen ver.dienen endlich einen Tarifvertrag

Bofrost
© ver.di
Bofrost
© ver.di
Bofrost
© ver.di
Bofrost
© ver.di

Die Medien berichteten darüber

Meilensteine bei Bofrost

Meilensteine Bofrost
© ver.di

Pressemitteilung zu Warnstreiks

Tarifrunde für 64.000 Beschäftigte im Groß- und Außenhandel in Berlin und Brandenburg:
WARNSTREIKS beginnen im Pharmagroßhandel und bei Bofrost

Nachdem die Arbeitgeber trotz der außergewöhnlichen Leistung ihrer Mitarbeiter*innen in der Pandemie und trotz guter Umsätze ein indiskutables Angebot vorgelegt haben, hat die ver.di-Tarifkommission beschlossen ein deutliches Zeichen zusetzen: Am morgigen Dienstag werden die Beschäftigten beim Phoenix Pharmahandel, bei der Alliance Healthcare Deutschland (beide in Berlin), bei Sanacorp in Potsdam sowie an den vier Bofrost-Standorten Ahrensfelde, Velten, Mahlow und Cottbus nicht arbeiten, sondern in den Warnstreik gehen.

Der Pharmahandel ist ein gutes Geschäft, nur nicht für die Beschäftigten. Während die Umsätze im letzten Jahr bis zu 5 Prozent stiegen, sollen die Beschäftigten leer ausgehen. Die meisten gehen in Vollzeit mit etwa 2.435 Euro brutto monatlich nach Hause und können davon kaum ein auskömmliches Leben finanzieren. Gerade in der Pandemie zeigen sie etwa bei den Impfstofflieferungen außergewöhnliches Engagement.
Das scheint die Arbeitgeber nicht zu interessieren: In der ersten Verhandlungsrunde für die rund 64.000 Beschäftigten des Groß- und Außenhandels in Berlin und Brandenburg haben sie für 2021 keine tabellenwirksame Erhöhung des ohnehin geringen Entgeltes, sondern lediglich eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro und dann auch nur für wirtschaftlich stabile Unternehmen angeboten – de facto also eine Nullrunde. Im Januar 2022 sollen alle Beschäftigten 150 Euro Einmalzahlung (Corona-Prämie) erhalten. Erst ab Juli 2022 soll laut Arbeitgeberangebot eine magere prozentuale Erhöhung von 1,5 Prozent vereinbart werden. Unternehmen, die im Zeitraum von Januar 2021 bis Juni 2022 für
mindestens drei Monate Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen oder sonstige staatliche Unterstützungsleistungen erhalten haben, können die prozentuale Entgelterhöhung sogar um 6 Monate bis spätestens 1. Januar 2023 aufschieben.

„Noch nie war die Lohnungerechtigkeit in der Branche so deutlich wie in der jetzigen Zeit. Der Pharmagroßhandel hat in der Pandemie kräftige Umsatzzuwächse verbucht. Auch in diesem Jahr muss es deutliche tabellenwirksame Erhöhungen geben. Je früher desto besser, denn die Preise ziehen seit Jahresbeginn wieder kräftig an“, sagt Franziska Foullong, die ver.di-Verhandlungsführerin für Berlin und Brandenburg. „Die Beschäftigten im Pharmagroßhandel kommissionieren die Impfstoffe für die Lieferung an die Arztpraxen. Systemrelevanter geht es kaum noch! Das Angebot der Arbeitgeber zeigt, dass unsere Botschaft noch nicht bei ihnen angekommen ist. Da hilft nur Druck aus den Betrieben.“

Ver.di fordert für den Groß- und Außenhandel eine tabellenwirksame Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen um 6 %, mindestens aber um 150, beziehungsweise 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde und eine gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge.

„Bei Bofrost geht es den Beschäftigten darum, endlich nach Flächentarif bezahlt zu werden. Bofrost hingegen hält an seinem „verdrehten“ Modell fest, wonach die umsatzabhängige Provisionszahlung den Löwenanteil des monatlichen Gehalts ausmacht. Das Unternehmen wälzt damit das volle Risiko auf seine Beschäftigten ab! Offensichtlich ist am Verhandlungstisch alleine keine Lösung zu erreichen. Deshalb treten die Beschäftigten in den Streik“, sagt ver.di-Verhandlungsführerin und Landesfachbereichsleiterin Conny Weißbach.

Wir laden Sie herzlich ein, mit den Beschäftigten und den beiden ver.di-Verhandlungsführerinnen vor Ort Interviews zu führen – an den Pharma-Standorten sind die Streikkundgebungen in der Regel vormittags, bei Bofrost wird es eine zentrale Streikkundgebung am Standort Mahlow ab etwa 13:00 geben.

PRESSEMITTEILUNG zu Tarifverhandlungen Groß- und Außenhandel

Beschämende Zechprellerei: Arbeitgeber wollen trotz Corona alles für sich

Die Eigner von Rewe, Sanacorp oder Phoenix haben gerade in Corona-Zeiten sehr gut verdient –weil die Beschäftigten ganzen Einsatz gezeigt haben. Die Rechnung wollen sie aber nicht bezahlen. Nach ihrem heute vorgelegten Angebot sollen die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel in diesem Jahr de facto leer (!) ausgehen: Die Beschäftigten sollen für 2021 keine Entgeltsteigerung erhalten.

„Rewe und Sanacorp fahren Rekordumsätze und ihren Beschäftigten wollen sie ein paar Krümel vorwerfen. So geht es überhaupt nicht“, sagt Franziska Foullong, ver.di-Verhandlungsführerin für den Groß- und Außenhandel in Berlin und Brandenburg. „Die Ansage ist klar: Die Arbeitgeber setzen auf Konfrontation statt auf Fairness und Wertschätzung. Dieses Angebot ist für uns nicht verhandelbar.“

In der heutigen ersten Verhandlungsrunde für die rund 64.000 Beschäftigten des Groß- und Außenhandels in den Tarifgebieten Berlin und Brandenburg haben die Arbeitgeber ihr erstes Angebot vorgelegt. Danach soll es 2021 keine tabellenwirksamen Erhöhung, sondern lediglich eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro und dann auch nur für wirtschaftlich stabile Unternehmen geben. Frühestens ab Juli 2022 (!) haben die Arbeitgeber eine tatsächliche Lohnsteigerung von 1,5 Prozent vorgeschlagen,plus eine Coronaprämie von 150 Euro in 2022.Unternehmen, die im Zeitraum von Januar 2021 bis Juni 2022 für mindestens drei Monate Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen oder sonstige staatliche Unterstützungsleistungen erhalten haben, können die prozentuale Entgelterhöhung sogar um 6 Monate bis spätestens 1. Januar 2023 aufschieben. 

Ver.di fordert eine tabellenwirksame Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen um 6 %, mindestens aber um 150, beziehungsweise 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde und eine gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge.

„In der Krise alles verlangen und dann nichts geben wollen“, sagt Franziska Foullong. „Das ist Zechprellerei, für die ich mich schämen würde. Denn die Unternehmen haben gerade 2020 trotz Corona sehr gut verdient:  Rewe Ost hat den Umsatz um 5,2% gesteigert, Sanacorp Pharmahandel um 5,4% und der Phoenix Pharmahandel um 3,6%.“

Die ver.di-Tarifkommission wird mit ihren Mitgliedern in den Betrieben nun die passende Antwort beschließen, um gestärkt in die zweite Verhandlungsrunde am 30. Juni 2021 zu gehen.

Weitere Infos dazu im rechts als Download zur Verfügung stehenden Flugblatt.

Download des Flugblatts zu den Tarifverhandlungen

PRESSEMITTEILUNG zur Tarifrunde des Genossenschaftlichen Großhandels Brandenburg

Edeka und NOWEDA mauern
Heute trafen sich ver.di und der Arbeitgeberverband gewerblicher Verbundgruppen zur ersten Tarifverhandlung des genossenschaftlichen Großhandels Brandenburg. Trotz der starken Mehrbelastung der Beschäftigten durch Corona und den sehr kräftigen Gewinnen der Unternehmen hatten die Arbeitgeber nichts mitgebracht: Sie kamen ohne Angebot in die Verhandlungen. Ver.di-Tarifkommission und Beschäftigte sind enttäuscht.
Betroffene Unternehmen wie der Lebensmittelbranchenprimus Edeka und der Pharmagroßhändler NOWEDA, der z. B. Corona-Impfstoffe an Arztpraxen liefert, haben während der Coronakrise außergewöhnlich gut verdient und tun dies nach wie vor. Im abgelaufenen Jahr haben Edeka 4,6 % und der Pharmagroßhandel 7,9 % Mehrumsatz erzielt. „Kein Angebot der Arbeitgeber ist angesichts der extremen Mehrbelastung der Beschäftigten einerseits und den sehr kräftigen Gewinnen der Unternehmen andererseits ein äußerst enttäuschendes Ergebnis für die ver.di-Mitglieder im genossenschaftlichen Großhandel“, sagte Franziska Foullong, ver.di-Verhandlungsführerin.
„Die Gewinne sind auch deswegen so exorbitant gut, weil die Kolleg*innen seit weit mehr als einem Jahr Pandemie unter Hochdruck und körperlicher Belastung tagtäglich die lebensnotwendigen Lebensmittel und medizinisch notwendigen Medikamente an ihrer Belastungsgrenze kommissionieren“, sagt Franziska Foullong, ver.di-Verhandlungsführerin. „Jetzt müssen die Arbeitgeber ihre Wertschätzung in Form einer spürbaren tabellenwirksamen Lohnerhöhung für die Beschäftigten zeigen. Dies ist mit Einmalzahlungen nicht getan. Es braucht wirksame Lohnsteigerungen, die auch auf die spätere Rente einzahlen.“, so Foullong weiter.
Die Entscheidung des Arbeitgeberverbands, kein Angebot vorzulegen, traf bei der ver.di-Tarifkommission auf Unverständnis. Nun stehen intensive Gespräche mit den Beschäftigten in den Betrieben an, wir diskutieren und stimmen unsere Antwort darauf ab.
Die ver.di-Tarifkommission fordert für die Branche mit ihren 3.000 Beschäftigten für eine Laufzeit von 12 Monaten eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 6 %, mindestens aber um 150 bzw. 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde und die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.
Die Verhandlungen werden am 15. Juni 2021 weitergeführt.

Information der Beschäftigten über die Tarifrunde

Infostand Edeka
© ver.di
Infostand Edeka
© ver.di

Jetzt geht es los!

Vor den ersten Tarifverhandlungen des genossenschaftlichen Großhandels informieren ver.di-Aktive über die beginnende Tarifrunde, hier bei Edeka in Mittenwalde.

Unsere Forderungen
© ver.di

Tarifrunde Groß- und Außenhandel Berlin und Brandenburg 2021

Die Tarifrunde ist gestartet! Die Beschäftigten in den Großhandelsbetrieben wurden in den vergangenen drei Monaten zu ihren Vorstellungen von Entgelterhöhungen befragt. Auf Grundlage der Ergebnisse hat die Tarifkommission sich für folgende Forderungen entschieden:

Die ersten Verhandlungstermine stehen auch schon fest. Der genossenschaftliche Großhandel Brandenburg verhandelt am 14. Mai 2021. Die ver.di Tarifkommission ist gespannt und erwartet ein erstes Angebot, das den Forderungen einen guten Schritt entgegenkommt.

Der Verhandlungstermin des allgemeinen Groß- und Außenhandels Berlin und Brandenburg findet erst am 27. Mai 2021 statt. Die ver.di-Tarifkommission hat dieses späte Datum mit Skepsis angenommen. Umso größer wird die Erwartung sein, dass am 27. Mai ein Angebot auf den Tisch kommt, dass ernsthaft verhandelt werden kann.

Die Tarifverhandlungen finden im Rahmen der bundesweit stattfindenden Verhandlungen der Teilbranche statt. Üblicherweise übernehmen alle Tarifgebiete den zuerst erfolgten Tarifabschluss. Umso wichtiger ist eine Verzahnung und Koordinierung der Verhandlungen, sowie Aktions- und Streikaktivitäten. Wir freuen uns, euch hier auf den aktuellen Stand zu halten und unsere Erfolge mit euch zu teilen.

Wie funktionieren Tarifverträge eigentlich genau? Was Sie über Tarifverträge wissen sollten! - YouTube Einfach erklärt in diesem Video von ver.di Bildung + Beratung

Den letzten Tarifabschluss checken: HIER (GAH Berlin), HIER (GAH Brandenburg) und HIER (genossensch. GH).

ver.di Kampagnen