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Vor den Tarifverhandlungen am morgigen Dienstag

Vor den Tarifverhandlungen am morgigen Dienstag

Unmittelbar vor den Tarifverhandlungen am Dienstag: Fortsetzung der Einzelhandelsstreiks am Montag

Nach den Streiks in der vergangenen Woche, an denen sich insgesamt ca. 900 Kolleginnen und Kollegen der Region beteiligt haben, werden am heutigen Montag erneut mehrere Hundert Verkäuferinnen und Verkäufer der Unternehmen IKEA, Rewe-Group, H & M-Gruppe, Kaufland, Zara, Thalia, Edeka und real die Arbeit niederlegen. "Uns geht es darum im Vorfeld der Tarifverhandlungen am Dienstag noch einmal sehr deutlich zu machen, dass die Beschäftigten ein Angebot für den Berliner Einzelhandel von ihren Arbeitgebern erwarten, auf dessen Grundlage Verhandlungen zu einem  Abschluss geführt werden können", sagte Erika Ritter, ver.di-Verhandlungsführerin. "Ein solches Angebot muss neben dem Ausgleich der Inflationsrate von zzt. 2% auch die weiter gestiegenen Leistungen der Beschäftigten angemessen honorieren", so Ritter weiter.

Mit dabei sind wiederum Streikende aus Brandenburg, die außerdem für die Angleichung der Vergütungen Brandenburgs an das Berliner Niveau auf die Straße gehen. Die bestehende Differenz von 420 € beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld empfinden die Kolleginnen und Kollegen in Brandenburg als Diskriminierung.  "Dass sich die Brandenburger als Beschäftigte zweiter Wahl behandelt fühlen, kann angesichts der hohen Pro-Kopf-Leistung nicht überraschen. Ihre Produktivitätswerte sind besser als die der alten Bundesländer, wo entsprechend mehr bezahlt wird. Diese Ost-Abschläge müssen endlich verschwinden", meint Ritter. Die Tarifverhandlungen für Brandenburg werden am 20. Juli fortgesetzt.

ver.di fordert in dieser Tarifrunde die Erhöhung der Stundenvergütungen um einen Euro, 100 € monatlich mehr Ausbildungsvergütung sowie die Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge, damit der ruinöse Wettbewerb um die billigsten Löhne in der Region endlich beendet wird.

Die Arbeitgeber bieten bisher tabellenwirksame Erhöhungen von gerade einmal 1,5 % nach drei Nullmonaten  für das erste Jahr einer 24-monatigen Laufzeit. Für das zweite Jahr bieten sie 1,0 % Erhöhung der Tabelle an. Zusätzlich werden jeweils zum 30.06.2018 und 2019 Einmalbeträge von 150 € angeboten, für Auszubildende 75 Euro. Allerdings soll die Zahlung in 2019 nicht bar, sondern durch betriebliche Vereinbarung zum Beispiel als Altersvorsorgebetrag verwendet werden. Eine Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge lehnt der Handelsverband kategorisch ab.

„Das ist viel zu wenig, um Armut in Arbeit und Altersarmut wirksam zu begegnen", sagte Erika Ritter. „Die Arbeitgeber sollten nicht länger an dem Ast sägen, auf dem sie selbst sitzen: Gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Einzelhandelsunternehmen durch Allgemeinverbindlichkeit würde den ruinösen Unterbietungswettbewerbs bei den Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen endlich wieder beenden und den Weg frei machen für stabilere Entlohnungsbedingungen für alle Beschäftigten in der Branche.“

Im Einzelhandel Berlins arbeiten zzt. ca. 147.000 Beschäftigte, in Brandenburg 84.000.

Die Streikkundgebung beginnt gegen 9:30 Uhr am Südkreuz.

Für Rückfragen stehen am Kundgebungsort zur Verfügung: 
Erika Ritter, ver.di-Verhandlungsführerin, mobil 0172 3977 100
Sebastian Triebel, ver.di-Sekretär, mobil 0151 4073 7596