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Streik bei Zalando

Streik bei Zalando

Streik bei Zalando

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ruft die Beschäftigten von Zalando Brieselang am 4. Oktober 2017 erneut in den Warnstreik. Ziel ist, Zalando ohne Vorbedingungen zurück an den Verhandlungstisch zu streiken.

Bekanntlich war die letzte Verhandlungsrunde am 6. September 2017 durch Zalando einseitig abgebrochen worden. Zalando hatte als Vorbedingung zur Fortsetzung der Verhandlungen von ver.di verlangt, tarifliche Bedingungen unterhalb der Branche Einzel- und Versandhandel für Brieselang zu akzeptieren. Dies hatte ver.di ganz klar zurückgewiesen. So bot die Arbeitgeberseite am Verhandlungstag nichts Neues, sondern beharrte auf Verschlechterungen bei der Arbeitszeit ohne auch nur eine Andeutung von Verbesserungen bei den Einkommen der Beschäftigten anzubieten. Einen neuen Verhandlungstermin gibt es derzeit nicht.

„Das Verhalten des Arbeitgebers Zalando in den Tarifverhandlungen ist nicht hinnehmbar. Einkommensbedingungen von 11,99 € pro Stunde bzw. 1.978 € monatlich seien in der Lesart von Zalando Maximalforderungen. Hierbei handelt es sich allerdings um das Mindesteinkommen für Beschäftigte in einem Handelslager in Brandenburg, wie Zalando in Brieselang eines ist. Die Lagertätigkeit bei Zalando ist körperlich stark belastend. So müssen die Beschäftigten für das Zusammenstellen der Ware für den Versand täglich bis zu 20 km zu Fuß zurücklegen. Eine Vergütung auf Handelsniveau ist mehr als angemessen“, so die ver.di-Verhandlungsführerin Erika Ritter.

Die Arbeitgeberseite bietet bisher lediglich dieBeibehaltung des aktuellen Niveaus bei Vergütungen, Arbeitszeiten, Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Zuschlägen an. Das sind Stundenlöhne in Höhe von 10,12 € bzw. 1.754 € monatlich, eine 40-Stunden-Woche, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Urlaub sowie Zuschlägeweit weg vom branchenüblichen Niveau.Stattdessen fordert Zalando eine extreme Flexibilisierung der Arbeitszeiten mithilfe eines Arbeitszeitkontos mit +/-120 Stunden und jährlich bis zu 96 Stunden verpflichtende Mehrarbeit. Auch bei der Forderung nach mittelfristiger Standortsicherung hat Zalando bisher lediglich einen Zeitraum bis zum Jahre 2019 angeboten.

 Zalando ist das zurzeit sich am erfolgreichsten entwickelnde deutsche Handelsunternehmen. Es steht in direkter Konkurrenz zu den anderen Textil-Händlern wie H & M, Zara, Esprit, Otto usw., die ihrerseits eine Tarifbindung an die Tarifverträge des Einzelhandels haben. Zalando beschäftigt in Deutschland 11.000 Arbeitnehmer, davon ca. 5.500 in der Region Berlin und 1.250 im Lager Brieselang. Der Anteil der befristet Beschäftigten beträgt ungefähr ein Drittel. Daneben sind noch zahlreiche Leiharbeitnehmer dauerhaft eingesetzt.

Für Rückfragen:
Markus Hoffmann-Achenbach, zuständiger ver.di-Sekretär, mobil 0151 / 106 264 68
Erika Ritter, ver.di-Verhandlungsführerin, mobil: 0172 / 39 77 100