Ver.di-Aktion Ost-West-Angleichung

Foto von der Aktion

Presseinfo: Einzelhandel 25 Jahre nach Mauerfall

Berlin, 01. Oktober 2014
Nr. 96

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Landesbezirk Berlin-Brandenburg
www.bb-verdi.de

P R E S S E I N F O R M A T I O N

Einzelhandel 25 Jahre nach Mauerfall: Weiterhin niedrigere Tarife im Osten
Aktion mit Berliner Bär auf dem Leipziger Platz

Kurz nach Eröffnung der „Mall of Berlin“ führt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am 1. Oktober 2014 um 11.00 Uhr vor dem Haupteingang der Mall in der Leipziger Straße eine Aktion zur Information der dortigen Beschäftigten durch. Die neue Shopping-Mall befindet sich unmittelbar an der „Tarifgrenze“ zwischen West und Ost auf Ostberliner Territorium, weshalb die hier Beschäftigten lediglich Anspruch auf den niedrigeren Osttarif haben.

Danach wird im Vergleich zum Westtarif noch immer fünf Prozent weniger Urlaubsgeld und 10 Prozent weniger Weihnachtsgeld gezahlt, obwohl in der Woche eine Stunde länger zu arbeiten ist. Die Ersparnis der Arbeitgeber beträgt für eine Vollzeitbeschäftigte jährlich zurzeit 1.171 €. Die Beschäftigten in den in Sichtweite entfernten Potsdamer Platz Arkaden werden dagegen nach West-Tarif vergütet.

Mit der Aktion werden die Beschäftigten in der neuen Mall nicht nur am neuen Arbeitsplatz begrüßt, sondern es wird zugleich auf diese schreiende Ungerechtigkeit in der Öffentlichkeit aufmerksam gemacht. Anstatt die augenscheinliche Diskriminierung der Ostbeschäftigten unverzüglich zu beenden, will der Arbeitgeberverband HBB die Ostberliner Beschäftigten weiter hinhalten. Eine Angleichung sei nach HBB-Auffassung nur dann machbar, wenn im Westbereich ein neuer „kostenneutraler“ Entgelttarifvertrag sowie mehr Arbeitszeitflexibilisierung im Manteltarifvertrag vereinbart würden. Über Brandenburg will der HBB dagegen gar nicht erst verhandeln.

Zum Hintergrund: jede Arbeitsstunde einer Verkäuferin im Osten kostet die Arbeitgeber zzt. 13, 82 Euro, während die Verkäuferin im Westen stündlich 14,25 Euro erhält (tarifliche Endstufe). Der Unterschied beim Urlaubsgeld beträgt zurzeit 114 € und beim Weihnachtsgeld 228 €, in Brandenburg sogar 285 €.

Für Rückfragen:
Erika Ritter, ver.di-Landesfachbereichsleiterin Handel, mobil: 0172 – 397 71 00.

OST-WEST-PROJEKT

Als vor 25 Jahren die Mauer fiel, glaubten viele Menschen im Osten, dass es schnell gleiche Arbeits- und Lebensverhältnisse in ganz Deutschland geben würde.
Doch weit gefehlt!
Die Tarifmauer sorgt immer noch dafür, dass Ostberliner und Brandenburger Verkäuferinnen im Vergleich zu ihren West-Kolleginnen schlechtere Bedingungen haben.

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