M e d i e n i n f o r m a t i o n vom 12.10.2017

Kaufhof: Beschäftigte wollen nicht für Managementfehler bezahlen - Kaufhof muss ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen

Angesichts des Antrags der Unternehmensführung von Kaufhof auf einen Beschäftigungssicherungstarifvertrag finden an etlichen Standorten an diesem Freitag (13. Oktober 2017) bundesweit nichtöffentliche Betriebsversammlungen statt, zu denen die Betriebsräte von Kaufhof eingeladen haben. Zum Teil kam oder kommt es auch schon heute zu Betriebsversammlungen.

Im Vorfeld sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger: "Die Beschäftigten von Kaufhof wollen nicht für Managementfehler büßen. Bereits seit 2015 weisen der Gesamtbetriebsrat und der Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrats regelmäßig auf Managementfehler hin, etwa auf eine nicht erkennbare Verkaufsstrategie und eine verfehlte Rabattpolitik. Ein Umsteuern konnten wir aber bis heute nicht erkennen. Wir erwarten von Kaufhof einen klaren, tragfähigen Zukunftsplan. Kaufhof braucht überzeugende Konzepte, wie die Umsätze gesteigert werden sollen. Mit Personalkostenkürzungen bringt man das Unternehmen nicht voran."

Nutzenberger verwies auf zahlreiche offene Fragen, die zu klären seien. "Dazu gehört die Frage möglicher überhöhter Mieten und auch, wie der Mutterkonzern HBC agiert. Wieviel Geld fließt tatsächlich für Investitionen von HBC an Kaufhof zurück und wieviel Geld fließt von Kaufhof zu HBC ab? Es wirft Fragezeichen auf, wenn HBC einerseits die kapitalintensive Europaexpansion vorantreibt, andererseits aber nun angeblich so wenig Geld da ist, dass man den Beschäftigten bei Kaufhof in die Tasche greifen will. Wir werden diese Fragen alle auf den Tisch bringen. HBC muss seiner sozialen Verantwortung gerecht werden, das hat das Unternehmen bei der Übernahme von Kaufhof schließlich vollmundig versprochen und die Beschäftigten haben das als klares Bekenntnis zum vollständigen Flächentarifvertrag verstanden. Die Beschäftigten sind die letzten, die auf etwas verzichten können. Sie und ihre Familien sind auf ihre Einkommen dringend angewiesen", so Nutzenberger.

Das weitere Vorgehen, kündige Nutzenberger an, werde "eng mit den Betriebsräten, der Tarifkommission und den Beschäftigten abgestimmt, denn es geht um ihre Interessen."

Pressekontakt:
V.i.S.d.P.:

Eva Völpel
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin

Tel.: 030/6956-1011
und -1012
Fax: 030/6956-3001

e-mail:
pressestelle@verdi.de

ver.di-Information für die Beschäftigten bei Galeria Kaufhof - Oktober 2017

Galeria Kaufhof will euch in die Tasche greifen – und nennt das beschönigend „Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung“!
Es geht um euer Geld!

Wüst wird derzeit in den Medien spekuliert, welche materiellen Opfer ihr, die Kolleginnen und Kollegen der Galeria Kaufhof, demnächst bringen sollt. Wir als eure Gewerkschaft ver.di wollen uns aber lieber an die vorliegenden Fakten halten:

• Die Geschäftsleitung von Galeria Kaufhof hat beantragt, mit uns über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung zu verhandeln.

• Bevor das geschieht, prüfen ver.di, eine noch zu bildende Tarifkommission, Betriebs räte, Gesamtbetriebsrat sowie ein Wirtschaftsgutachter diesen Antrag intensiv.

• Je nachdem, wie die Prüfung ausgeht, wird die Tarifkommission dann das weitere Vorgehen einleiten.

Mehr dazu in der unten als Download zur Verfügung stehenden vollständigen ver.di-Info.

Medieninfo zum Antrag des Unternehmens ...

Kaufhof: ver.di prüft Antrag des Unternehmens auf Beschäftigungs- sicherungstarifvertrag

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) teilt in Sachen Kaufhof mit:
„Kaufhof hat einen Antrag gestellt, Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung aufzunehmen. Diesen Antrag werden wir intensiv gemeinsam mit einer noch zu bildenden Tarifkommission, den Arbeitnehmergremien sowie einem Wirtschaftsgutachter prüfen und abhängig vom Ergebnis der Prüfung die entsprechenden Schritte einleiten. Die Interessen der Beschäftigten stehen dabei für uns an vorderster Stelle“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Sie empfahl den Beschäftigten, die noch kein Gewerkschaftsmitglied sind, sich bei ver.di zu organisieren.
Nutzenberger verwies darauf, dass es für die mögliche Aufnahme von Verhandlungen klare Bedingungen gibt: „Ein unabhängiger, von ver.di benannter Wirtschaftsgutachter muss die Geschäftszahlen prüfen, damit klar wird, wie es um das Unternehmen tatsächlich bestellt ist. Für die Zukunft sind überzeugende Konzepte wichtig, wie der Umsatz gesteigert werden kann. Personalkostenreduzierungen sind keine nachhaltigen Lösungen.“ 
„Die Arbeitnehmervertretungen werden alles daransetzen, dass den Kolleginnen und Kollegen im Kaufhof nicht in die Tasche gegriffen wird“, sagte Uwe Hoepfel, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Galeria Kaufhof.  

Zu Berichten über angeblich konkrete Einsparvorschläge seitens Kaufhof wird sich ver.di derzeit nicht äußern.

Presseinfo zum Verkauf von Kaufhof

Berlin, 15. Juni 2015
Nr. 160

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk Berlin-Brandenburg www.bb.verdi.de

P R E S S E I N F O R M A T I O N

Verkauf von Kaufhof:
ver.di fordert Erhalt der Berliner und Brandenburger Standorte

„ver.di fordert von den neuen Kaufhof-Eignern, dass nicht nur die rund 1.500 Arbeitsplätze, sondern auch die sechs Standorte in Berlin und Cottbus erhalten bleiben“, sagte Erika Ritter, ver.di-Fachbereichsleiterin Handel. Zurzeit sei aber noch unbekannt, mit welchen Konzepten die kanadische Unternehmensgruppe Hudson’s Bay die Firma Kaufhof weiterführen will. „Besonders wichtig ist uns, wie künftig mit dem Thema Fremdvergabe umgegangen wird. Um Arbeitsplätze zu schützen, ist es sinnvoll, die Fremdvergabe einzugrenzen. Hierzu werden wir uns, falls nötig, engagiert einmischen“, so Erika Ritter.

Bei möglichen Neuausrichtungen oder Veränderungen des Unternehmens erwartet ver.di, dass die gewählten Betriebsräte einbezogen werden und die Mitbestimmungsrechte gewahrt bleiben. „Wir setzen auch voraus, dass der neue Eigentümer die geltenden Tarifverträge dauerhaft sichert“, so Erika Ritter.

Für Rückfragen:
Erika Ritter, ver.di-Fachbereichsleiterin Handel, mobil: 0172 / 397 71 00.

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